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Heute hier, morgen dort: Mobile Geflügelhaltung

Seit den 2000ern ist der Bedarf nach Eiern aus tierfreundlicher Haltung stetig gestiegen. Während 2008 nur knapp 15 % aller Legehennen in Deutschland in Freilandhaltung leben durften, waren es im vergangenen Jahr 2025 fast 40 %, berichtet das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.

Viele Menschen greifen inzwischen lieber zum Freiland-Ei. Eine besonders spannende Form dieser Haltung wird durch sogenannte Mobilställe ermöglicht.

Was ist mobile Geflügelhaltung?

Dabei handelt es sich um mobile Ställe für Geflügel, die den Tieren eine grüne Wiese und gleichzeitig ein sicheres Dach über dem Kopf bieten.

Hühner und andere Geflügelarten sind von Natur aus Fluchttiere und Waldrandbewohner. Sobald ein möglicher Fressfeind gesichtet wird, suchen sie Schutz im Dickicht.

Genau dieses natürliche Bedürfnis wird durch den mobilen Stall ersetzt: Die Tiere können sich zurückziehen, haben einen geschützten Nistplatz und werden bei schlechtem Wetter nicht von Kamm bis Kralle durchnässt.


Warum ist der Mobilstall so besonders?

Anstatt den Tieren einen festen Stall und eine feste Weide zu bieten, ermöglicht die Mobilstallhaltung die regelmäßige Bewegung von Stall und Weidefläche – je nach Bedarf.

Das sorgt dafür, dass die Tiere immer frisches, saftiges Grün zur Verfügung haben und sich keine kahlen, übernutzten Stellen auf der Weide bilden.

Während klassische Ausläufe oft schnell abgegrast und verdichtet sind, bleibt die Fläche bei der mobilen Haltung lebendig und regenerationsfähig.

Für die Tiere bedeutet das:

  • immer neue Beschäftigungsmöglichkeiten

  • frisches Gras

  • Insektenjagd

  • Staubbäder

  • mehr Abwechslung im Alltag

Anstatt eines tristen, eintönigen Lebens erwartet die Tiere immer etwas zu tun.

Und sobald ein Bereich der Fläche ausreichend genutzt wurde, wird der Stall einfach weitergezogen. Während die Tiere den nächsten Abschnitt erkunden, kann sich die vorherige Fläche erholen.


Eine Idee mit Geschichte

Mobilställe gibt es bereits seit mehr als 80 Jahren.

Zwischen den Weltkriegen musste sparsam mit Ressourcen umgegangen werden – auch mit Geflügelfutter.

Daher entstand die Idee, Ställe auf Wägen zu setzen, damit das natürlich wachsende Grün direkt als Futterquelle genutzt werden konnte.

Ebenso wurden die mobilen Ställe nach der Abernte auf Stoppelfeldern platziert. Dort konnten die Hennen heruntergefallene Körner aufnehmen.

So wurde aus Ernteresten, die sonst von Wildtieren aufgelesen worden wären, eine zusätzliche Nahrungsquelle für die lebensnotwendige Geflügelhaltung.


Vom kleinen Wagen zum modernen Haltungssystem

Damals wurden nur wenige, kleine Herden in ihren fahrbaren Unterkünften gehalten.

Heute hat sich das deutlich weiterentwickelt.

Moderne mobile Legehennenställe können – je nach Betriebsgröße – zwischen 100 und 2500 Tiere beherbergen.

So können sowohl kleinere Direktvermarkter als auch größere Geflügelbetriebe dieses Haltungssystem nutzen.


Welche Arten von Mobilställen gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man heute zwischen:

Mobilen Ställen
Klassische Ställe auf Rädern – quasi Wohnwagen für unsere gefiederten Freunde.

Teilmobilen Ställen
Meist auf Kufen oder Rollen, die nur eingeschränkt bewegbar sind.

Teilmobile Systeme lassen sich meist nur in zwei Richtungen bewegen. Kurvenfahrten sind hier nur bedingt oder mit großem Wendekreis möglich.


Fazit

Die mobile Geflügelhaltung verbindet moderne Tierhaltung mit natürlichen Bedürfnissen der Tiere.

Frisches Grün, wechselnde Flächen, mehr Beschäftigung und geschützte Rückzugsorte machen dieses System zu einer besonders tierfreundlichen Alternative.

Kein Wunder also, dass immer mehr Verbraucher bewusst zu Eiern aus Mobilstallhaltung greifen.

Heute hier, morgen dort – für unsere Hühner bedeutet das vor allem eins: mehr Abwechslung und ein Stück mehr Natur im Stallalltag.

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