Viele Hobbygärtner raufen sich die Haare, sobald sie die ersten Maulwurfshügel im Garten entdecken: Überall Erdhaufen, angeblich angefressene Wurzeln, ein stellenweise absterbender Rasen – und all das soll auf das Konto des kleinen, blinden Säugetiers gehen. Kein Wunder also, dass der Maulwurf bei vielen keinen guten Ruf genießt.
Doch stimmt dieses Bild überhaupt?
Ein unterschätzter Gartenbewohner
Die klare Antwort lautet: Nein.
Maulwürfe fressen weder Pflanzenwurzeln noch schädigen sie aktiv den Rasen. Sie sind strikte Fleischfresser und ernähren sich ausschließlich von tierischer Kost wie Insektenlarven, Raupen, Schnecken, Spinnen und gelegentlich auch Mäusen. Schäden an Pflanzen entstehen selten, und wenn dann indirekt durch aufgeworfene Erde – nicht durch Fraß.
Maulwürfe leben in unterirdischen Revieren von bis zu 3.000 Quadratmetern und sind außerhalb der Paarungszeit ausgesprochene Einzelgänger. In der Regel hält sich also nur ein einziges Tier im Garten auf, das sein Revier energisch verteidigt. Das hat sogar einen Vorteil: Wühlmäuse und andere Kleinsäuger, die tatsächlich großen Schaden anrichten können, werden dadurch effektiv ferngehalten.
Natürliche Bodenpflege inklusive
Mit ihrem weit verzweigten Tunnelsystem leisten Maulwürfe einen wichtigen Beitrag zur Bodenbelüftung und -lockerung. Dadurch kann Wasser besser versickern, Sauerstoff gelangt tiefer in den Boden und die Bodenstruktur verbessert sich – alles Faktoren, die für gesundes Pflanzenwachstum entscheidend sind.
Die typischen Maulwurfshügel entstehen, weil die Tiere aufgrund ihres schnellen Stoffwechsels gut belüftete Gänge benötigen. Überschüssige Erde wird daher regelmäßig an die Oberfläche befördert – der sichtbare Beweis ihrer unterirdischen Baukunst.
Was man besser nicht tun sollte
Viele versuchen, die Erdhaufen plattzutreten oder mit Eimern abzudecken. Beides ist wirkungslos: Der Maulwurf weicht einfach aus und wirft den nächsten Hügel an anderer Stelle auf.
Noch schlimmer sind Giftköder oder Fallen. Davon ist dringend abzuraten – Maulwürfe stehen in Deutschland unter strengem Naturschutz und dürfen weder getötet noch verletzt werden.
Maulwürfe sanft vertreiben – ganz ohne Chemie
Wer sich dennoch dauerhaft gestört fühlt, kann den Maulwurf chemiefrei vertreiben. Die Tiere reagieren sehr empfindlich auf Vibrationen und Gerüche:
Ein Holzpfahl im Maulwurfshügel, gegen den regelmäßig geklopft wird, erzeugt störende Schallwellen.
Auch stark riechender Sud aus Knoblauch oder Holunder, der in die Gänge gegossen wird, kann helfen.
Mit etwas Geduld sucht sich der Maulwurf meist freiwillig ein ruhigeres Revier.
Fazit: Nützlich, aber nicht immer willkommen
Maulwürfe sind keine Schädlinge, sondern ganz im Gegenteil: Nützliche Helfer im Garten. Sie verbessern den Boden, reduzieren Schadinsekten und vertreiben Wühlmäuse. Wer ihre Anwesenheit tolerieren kann, profitiert langfristig von gesünderem Boden. Und wenn es doch zu viel wird, lassen sie sich mit einfachen, tierfreundlichen Methoden sanft vertreiben.