Was ist ein Buchsbaumzünsler überhaupt?
Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist ein aus Asien eingeschleppter, sehr gefräßiger Falter, der sich in Massen über unsere Buchsbäume hermacht. Viele davon können zu einer echten Plage werden – unter anderem, weil sie in unseren Gefilden kaum natürliche Feinde haben.
Immer wieder berichten Kommunen, dass große Teile ihrer meist liebevoll gepflegten Buchsbaumhecken von den Raupen des Falters zerfressen werden. Oft scheint nur eines zu bleiben: Weg mit den Pflanzen.
Doch die aus Japan und China eingeschleppten Kleinschmetterlinge haben es inzwischen nicht mehr ganz so leicht: Vor fast 20 Jahren wurden die Tiere erstmals in Mitteleuropa entdeckt, mittlerweile sind sie weit verbreitet – und auch Haussperlinge, Kohlmeisen und Wespen sind auf den Geschmack gekommen.
Was kann man gegen die „Raupe Nimmersatt“ tun?
Im Fachhandel sind Insektizide auf Basis von Thiacloprid erhältlich. Diese töten die Insekten zwar schnell ab – jedoch nicht nur die Schädlinge, sondern auch viele nützliche Insektenarten, wie beispielsweise den Marienkäfer, dessen Hauptnahrung Blattläuse sind.
Leider gibt es nur wenige biologische Spritzmittel gegen den Buchsbaumzünsler. Die meisten basieren auf Neem- oder Teebaumöl, müssen jedoch nach jedem Starkregen erneut ausgebracht werden.
Experten des NABU raten zur wöchentlichen Absammlung der Raupen von den betroffenen Büschen. Da dies im kommunalen Bereich jedoch kaum umsetzbar ist, bleiben in der Praxis oft nur zwei realistische Alternativen:
1: Viele Vögel fördern
Gerade der Haussperling frisst die Raupen des Buchsbaumzünslers sehr gern. Da er häufig in unserer Infrastruktur nistet, ist er ein alltäglicher Begleiter im Stadtbild.
Seine gezielte Förderung kann helfen, die Ausbreitung der Schädlinge einzudämmen.
2: Bye, bye Buchsbaum
Der Buchs muss weg. Klingt hart – ist aber oft die einzige langfristige Lösung.
Wenn der Befall zu stark ist und kein Ende mehr in Sicht scheint, muss das Problem an der Wurzel gepackt werden. Befallene Buchsbäume werden entfernt und durch alternative, robustere Gehölze ersetzt.
Ein großer Vorteil: Werden stattdessen heimische Sträucher oder Hecken gepflanzt, profitieren auch viele Tierarten davon.
Alternative Bepflanzung mit Mehrwert
Das Ersetzen von Buchsbäumen durch Beerensträucher bietet zusätzlichen Nutzen:
Sie dienen vielen Tieren als wichtige Nahrungsquelle und fördern gleichzeitig die Biodiversität im urbanen Raum.
Fazit
Der Buchsbaumzünsler stellt Kommunen vor große Herausforderungen. Chemische Bekämpfung ist oft problematisch, und mechanische Maßnahmen sind im großen Maßstab schwer umzusetzen.
Langfristig liegt die Lösung in einem Umdenken:
Mehr Förderung natürlicher Feinde, robustere Pflanzenwahl und ein naturnah gestaltetes Stadtgrün.
Manchmal bedeutet das auch, sich vom klassischen Buchsbaum zu verabschieden – zugunsten eines widerstandsfähigeren und ökologisch wertvolleren Stadtbildes.